Flüchtlinge in Bonn

In diesem Menüpunkt sind die wichtigsten Anlaufstellen für Flüchtlinge, aber auch für ehrenamtliche Helfer/innen und professionelle Berater/innen zusammengefasst.

Da in der Flüchtlingspolitik und –hilfe derzeit viel in Bewegung ist und fast täglich neue Informationen hinzukommen, können wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Weisen Sie uns aber gerne auf Fehler oder Mängel hin.

Aufgrund der Brisanz des Themas sind viele Beratungsstellen, Organisationen und städtische Stellen derzeit besonders gefordert. Sie arbeiten intensiv daran, eine angemessene Unterbringung, Versorgung, Betreuung und Integration der Flüchtlinge sicherzustellen. Dies sollten Sie bei Anfragen an diese Stellen immer bedenken. Bitte haben Sie Verständnis und etwas Geduld, wenn die Bearbeitung länger als erwartet dauern sollte.

Aktuelles in der Flüchtlingshilfe: Fortlaufende Veranstaltungsreihe

Viele Bürgerinnen und Bürger in Bonn unterstützen und begleiten Flüchtlinge. Dabei entstehen immer wieder ganz praktische Fragen. Die Stabsstelle Integration der Stadt Bonn bietet daher seit März einmal monatlich offene Informationsabende an für Bonnerinnen und Bonner in der Flüchtlingshilfe. Auch Hauptamtliche sind willkommen.

Die Veranstaltungen lassen ausdrücklich Zeit für Fragen und Anliegen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Veranstaltungsort ist immer der Ratssaal im Stadthaus,  Berliner Platz 2, Ratssaal (1. Etage). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der nächste Informationsabend findet am Montag, 14. Juni, um 18 Uhr statt. Thema: "Nach der Ankunft sofort arbeiten?  Berufliche Integration von Flüchtlingen". Manfred Kusserow, der stellvertretende Leiter der Arbeitsagentur in Bonn, informiert über die Hürden auf dem weg zur Arbeit, und wie sie überwunden werden können. Nach einem Input steht er für Fragen und Anliegen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Verfügung.

Alle Termine in der Übersicht:
Veranstaltungsreihe "Informationen für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe"

Flüchtlingsschutz und Asylrecht

In Deutschland suchen viele Menschen Zuflucht, die in ihren Herkunftsländern verfolgt werden, die sich vor Bürgerkriegen in Sicherheit bringen oder deren Leben aus anderen Gründen massiv bedroht sind. Die gesetzliche Grundlage für die Aufnahme von Flüchtlingen ist zum einen der Artikel 16a des Grundgesetzes, demzufolge politisch Verfolgte Asylrecht genießen, aber auch die Genfer Flüchtlingskonvention, die bedrohten und verfolgten Menschen Flüchtlingsschutz zusichert. Wo diese Bestimmungen nicht greifen, bewahrt der so genannte subsidiäre Schutz Flüchtlinge vor drohenden Gefahren. Im Rahmen von Resettlement-Programmen sind in den letzten Jahren ebenfalls schutzbedürftige Menschen aufgenommen worden.

Der Flyer "Erstorientierung für Asylsuchende" des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zeigt schrittweise die wichtigsten Stationen im Ablauf des Asylverfahrens. Er steht in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch, Dari, Farsi, Kurdisch und Tigrinya zur Verfügung:

BAMF: Erstorientierung für Asylsuchende (Flyer)

Die Unterbringung der Flüchtlinge in Bonn

Zentrale Unterbringungseinrichtungen des Landes NRW

Der Bund ist verpflichtet, Flüchtlinge aufzunehmen. Er ist es auch, der die Flüchtlinge den Bundesländern zuweist. Die Menschen, die dem Land Nordrhein-Westfalen zugewiesen wurden, werden zunächst in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Dortmund, Bad Berleburg, Bielefeld, Burbach und Unna registriert. Danach werden sie vorübergehend in Zentralen Unterbringungseinrichtungen und Notunterkünften des Landes Nordrhein-Westfalen untergebracht. In Bonn gibt es zwei dieser Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) - so genannte Erstaufnahmeeinrichtungen. Eine befindet sich im früheren Landesvermessungsamt in Muffendorf, die andere in der Ermekeilkaserne (Südstadt). Hier bringt das Land Flüchtlinge für kurze Zeit unter, bevor sie an verschiedene Kommunen verteilt werden. Die Betreuung der beiden ZUE in Bonn haben zwei Landesverbände des Deutschen Roten Kreuzes übernommen. Wer die Arbeit in diesen Einrichtungen durch Sachspenden oder ehrenamtliche Arbeit unterstützen möchte, sollte beim DRK zuerst den Bedarf erfragen. Eine Kontaktaufnahme ist per E-Mail möglich. Die Adresse für die ZUE Muffendorf ist badgodesberg@drk-westfalen.de, für die ZUE Ermekeilkaserne lautet sie info@kv-bonn.drk.de.

Die Flüchtlinge in den ZUE bleiben nur vorübergehend (meist einige Wochen) in Bonn. Anders sieht es bei den Flüchtlingen aus, die unmittelbar der Stadt Bonn zugewiesen werden. Für ihre Unterbringung ist bei der Stadt Bonn das Amt für Soziales und Wohnen zuständig.

Unterkünfte der Kommune

Derzeit leben 3.377 Asylbewerber/innen und Flüchtlinge aus 43 Nationen dezentral im Stadtgebiet verteilt in Wohnheimen und anderen Unterkünften, die von der Stadt Bonn zur Verfügung gestellt werden (Stand: 27.06.2016). Viele andere sind bei Verwandten und Freunden untergekommen oder haben eigene Wohnungen gefunden. Etwa ein Drittel der Flüchtlinge, die von der Stadt untergebracht werden, stammt aus Syrien.

Für die neuen Flüchtlinge strebt die Stadt weiterhin grundsätzlich eine dezentrale Unterbringung an. Angesichts der allgemeinen Wohnungsknappheit, von der ja auch Studierende, Familien und andere Bevölkerungsgruppen betroffen sind, stößt sie aber an Grenzen. Daher werden neben Wohnungen zunehmend auch größere Häuser gesucht, um die Flüchtlinge beherbergen zu können. Ansprechpartner für die Anmietung von Unterkünften durch die Stadt Bonn sind das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) und das Amt für Soziales und Wohnen.

Auch Flüchtlinge, die nicht mehr von der Stadt unterzubringen sind, beispielsweise anerkannte Flüchtlinge oder syrische Flüchtlinge, die zunächst bei ihren Angehörigen untergekommen sind, benötigen dringend Wohnraum. Wer solchen Flüchtlingen eine Wohnung vermieten möchte, wendet sich bitte an die Stabsstelle Integration der Stadt Bonn.

Aufnahmeverfahren für syrische Flüchtlinge

Im Mai 2013 hat das Bundesministerium des Innern im Einvernehmen mit den Bundesländern entschieden, zur Bekämpfung der Flüchtlingskrise in Syrien und seinen Nachbarländern vorübergehend 5.000 syrische Flüchtlinge aufzunehmen (1. Aufnahmeprogramm des Bundes). Im Dezember 2013 wurde die Aufnahme von 5.000 weiteren syrischen Flüchtlingen beschlossen (2. Aufnahmeprogramm des Bundes). Auch in Nordrhein-Westfalen ist ein Teil dieser besonders schutzbedürftigen Menschen angekommen, weitere Flüchtlinge werden in den nächsten Monaten folgen. Die Rahmenbedingungen für ihre Aufnahme wurden in mehreren Anordnungen und Erlassen der Innenministerien von Bund und Land festgelegt. Diese sind auf den Seiten des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen (MIK NRW) abrufbar:

MIK NRW: Aufnahme syrischer Flüchtlinge 

Vom Innenministerium des Landes NRW wurde am 3. Februar 2014 ein Merkblatt veröffentlicht. Es beantwortet die wichtigsten Fragen zum Aufnahmeverfahren für syrische und staatenlose Flüchtlinge mit Verwandten in Nordrhein-Westfalen:

MIK NRW: Merkblatt - Aufnahmeverfahren zugunsten syrischer und staatenloser Flüchtlinge mit Verwandten in Nordrhein-Westfalen

Am 9. September 2014 hat das MIK NRW einen weiteren Erlass veröffentlicht. Er bezieht sich auf syrische und staatenlose Flüchtlinge, die von ihren in Nordrhein-Westfalen lebenden Verwandten aufgenommen werden. Für diesen Personenkreis wird die Frist für die Beantragung eines Visums bis zum 30.06.2015 verlängert .

MIK NRW: Verlängerung der Frist für die Visaantragstellung (Erlass)

Mit einem neuen Erlass des MIK NRW vom 23. Juni 2015 wurde die Frist für die Beantragung eines Visums verlängert bis zum 31.03.2016.

MIK NRW: Erneute Verlängerung der Frist (Erlass)

Adressen, Links und praktische Informationen

Auf diesen Seiten finden Sie:

Informationen zu den Öffnungs- und Beratungszeiten sind über die jeweiligen Links abrufbar. Viele Adressen finden Sie in diesem Portal auch im Menüpunkt Beratung und Hilfe.

Wenn Sie sich für Vorträge, Schulungen und andere Veranstaltungen der Flüchtlingshilfe interessieren, erhalten sie Terminhinweise im Veranstaltungskalender dieses Portals.

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