Erziehung und Förderung der Kinder

Im Grundgesetz heißt es: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“ (Artikel 6, Absatz 2 GG). Anders gesagt: Eltern entscheiden über die Erziehung ihrer Kinder und sie tragen dabei die Hauptverantwortung. Bei dieser Aufgabe werden sie durch den Kindergarten und die Schule unterstützt. Diese Einrichtungen ergänzen die Erziehung in der Familie, doch sie nehmen sie den Eltern nicht ab. Das Ziel sollte eine partnerschaftliche und wertschätzende Zusammenarbeit zwischen dem Elternhaus und dem Kindergarten oder der Schule sein.

Eltern müssen ihren Kindern dabei helfen, eigenständig denkende und handelnde Menschen zu werden. Das ist nicht immer leicht. Deshalb machen auch die besten Eltern Fehler. Solange sie offen mit diesen Fehlern umgehen, ist das nicht schlimm. Am Ende lernen so auch die Kinder, wie man sich und anderen Fehler eingesteht.

Familienberatungsstellen geben Rat

In der Erziehung ist es oft schwer zu entscheiden, was für ein Kind gut und richtig ist. Für Fragen und Zweifelsfälle gibt es deshalb Erziehungsberatungsstellen. Ehe- und Familienberatung). Auch in Familienbildungsstätten und Familienzentren lernen Eltern, wie sie mit Erziehungsproblemen umgehen können. Sie können sich dort mit anderen austauschen und gegenseitig Tipps geben. Adressen enthält der Menüpunkt "Beratung und Hilfe".

Gemeinsame Zeit und gewaltfreie Erziehung

Viele Eltern würden gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, doch Beruf und Alltag verhindern das oft. Deshalb sollten sie in der Zeit, die übrig bleibt, möglichst für ihre Kinder da sein und gemeinsam etwas Schönes machen. Beim Spielen, Vorlesen, Malen oder bei einem Ausflug sind sich Kinder und Eltern nahe. Eltern können für die Stärkung ihrer Kinder nichts Besseres tun, als ihnen immer wieder Nähe und Aufmerksamkeit zu geben.

Kinder sollen zur Selbstständigkeit erzogen werden. Je älter sie sind, desto mehr müssen sie Verantwortung übernehmen – für sich und andere. Deshalb haben ältere Kinder und Jugendliche ein zunehmendes Mitspracherecht in der Erziehung. Vor allem haben sie ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Erste Adresse: Das Jugendamt

Für Eltern, die Rat und Hilfe benötigen, ist das Jugendamt die wichtigste Adresse. Es arbeitet partnerschaftlich mit den Eltern zusammen und sucht mit ihnen den besten Weg, um Probleme in der Familie oder bei der Erziehung zu lösen. Zugleich hat das Jugendamt einen gesetzlichen Schutzauftrag. Wenn Eltern ihr Kind in Gefahr bringen oder es nicht mehr versorgen und beschützen können, muss das Jugendamt zum Wohl der Kinder eingreifen.

Die Nummer gegen Kummer

„Die Nummer gegen Kummer“ heißt das Kinder- und Jugendtelefon des Deutschen Kinderschutzbundes. Unter der bundesweiten Nummer 0800 / 1110333 finden Kinder und Jugendliche Rat und Hilfe. Die Anrufe sind kostenfrei. Seit einiger Zeit gibt es auch ein kostenloses Elterntelefon, das unter 0800 / 1110550 erreichbar ist. Auf der Internetseite www.nummergegenkummer.de gibt es weitere Informationen.

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