Einbürgerung / Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit

Bitte beachten Sie: Einige Informationen auf dieser Seite sind nicht mehr aktuell und werden derzeit überarbeitet!

Staatsangehörigkeit durch Geburt

Ein Kind erhält mit der Geburt automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn die Mutter oder der Vater die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Sind die Eltern nicht verheiratet und ist nur der Vater deutscher Staatsbürger, muss er seine Vaterschaft (beim Jugendamt oder Standesamt) anerkennen, damit auch juristisch feststeht, dass er der Vater ist. Nur dann überträgt sich die deutsche Staatsangehörigkeit auf das Kind.

Sind beide Eltern nicht deutsche Staatsbürger, erhält das Kind mit der Geburt trotzdem auch automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn die Mutter oder der Vater seit acht Jahren im Bundesgebiet mit Aufenthaltsrecht wohnen. Zusätzlich müssen die Mutter und der Vater bei der Geburt noch über ein unbefristetes Aufenthaltsrecht verfügen oder als EU-Bürger bzw. Familienangehöriger freizügigkeitsberechtigt sein.

Optionsmodell

Wie im vorherigen Absatz beschrieben, hat das Kind also in der Regel die Staatsangehörigkeit der Eltern und die deutsche. Da die doppelte Staatsangehörigkeit aber nicht der Regelfall sein soll, hat man ein so genanntes Optionsmodell eingeführt: Mit 18 Jahren muss sich das inzwischen volljährig gewordene Kind für eine der beiden Staatsangehörigkeiten entscheiden. Die Einbürgerungsbehörde fragt nach Vollendung des 18. Lebensjahrs schriftlich nach, ob es die deutsche oder die ausländische Staatsangehörigkeit behalten will. Entscheidet sich das nunmehr volljährig gewordene Kind für die ausländische Staatsangehörigkeit, geht die deutsche automatisch verloren. Möchte es die deutsche Staatsangehörigkeit aber behalten, muss es bis zum 23. Lebensjahr den Verlust der ausländischen Staatsangehörigkeit nachweisen. Bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs kann ein Antrag gestellt werden, dass man beide Staatsangehörigkeiten behalten möchte. Die Einbürgerungsbehörde stimmt dem Antrag zu, wenn der Verlust der ausländischen Staatsangehörigkeit nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Auch wenn es sich bei der ausländischen Staatsangehörigkeit um eine der EU oder Schweiz handelt, wird die Genehmigung zum Behalten der anderen Staatsangehörigkeit erteilt.

Einbürgerung

Für die Einbürgerung spricht vieles: Als deutscher Staatsbürger genießt man alle politischen und gesellschaftlichen Rechte und kann gleichberechtigt am politischen Leben teilnehmen: So steht einem jedes politische Amt offen und die Teilnahme an sämtlichen Wahlen auf Bundes- und Landesebene ist möglich. Die Arbeitsstelle und der Beruf können uneingeschränkt gewählt werden und innerhalb der EU ist volle Freizügigkeit gewährleistet. Natürlich sind mit der Einbürgerung auch staatsbürgerliche Pflichten verbunden. Geregelt ist der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit und die Einbürgerung im Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) und der Einbürgerungstestverordnung.

Voraussetzungen

Ausländerinnen und Ausländer können sich einbürgern lassen, wenn sie seit acht Jahren mit einem Aufenthaltsrecht im Bundesgebiet leben. Bei Antragstellung müssen sie über eine Niederlassungserlaubnis oder über eine Aufenthaltserlaubnis verfügen oder als EU-Bürger bzw. dessen Familienangehöriger freizügigkeitsberechtigt sein. Bei einigen Aufenthaltserlaubnissen ist eine Einbürgerung aber nicht möglich, z.B. bei Aufenthaltserlaubnissen aus bestimmten humanitären Gründen oder wenn diese für ein Studium erteilt wurde. Grundsätzlich muss der Lebensunterhalt sichergestellt sein. Die Deutschkenntnisse müssen ausreichend sein (Zertifikat Deutsch oder Deutschtest für Zuwanderer/B1). Es darf keine strafrechtliche Verurteilung vorliegen. Bei ganz geringen Strafen wird eine Ausnahme gemacht. Auch muss ein Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung abgegeben werden. Ein Einbürgerungstest muss erfolgreich abgelegt werden. Von den Sprachkenntnissen und dem Einbürgerungstest wird abgesehen, wenn die dort gestellten Anforderungen wegen Krankheit oder Behinderung nicht erfüllt werden können oder wenn ein deutscher Hauptschulabschluss erworben wurde.

Doppelte Staatsangehörigkeit

Eine Einbürgerung ist in Deutschland grundsätzlich nur möglich, wenn die bisherige Staatsangehörigkeit aufgegeben wird. Eine Ausnahme besteht für Staatsbürger anderer EU-Staaten und der Schweiz: Diese dürfen ihren Heimatpass behalten und die doppelte Staatsangehörigkeit haben. Bei allen anderen wird eine doppelte Staatsangehörigkeit nur zugelassen, wenn das Ausscheiden aus der bisherigen Staatsangehörigkeit unmöglich oder unzumutbar ist. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn der ausländische Staat eine Entlassung aus seiner Staatsbürgerschaft nicht vorsieht oder Bedingungen stellt, die nur schwer erfüllbar sind.

Einbürgerung der Familienangehörigen

Der Ehegatte und die minderjährigen Kinder können mit eingebürgert werden, auch wenn sie noch nicht seit acht Jahren hier sind. Ehegatten von Deutschen können unter erleichterten Voraussetzungen eingebürgert werden: Sie müssen nur drei Jahre rechtmäßig hier gelebt haben und die Ehegemeinschaft muss mindestens seit zwei Jahren hier im Inland bestanden haben und auch weiterhin bestehen.

Verfahren

Der Einbürgerungsantrag kann ab dem 16. Lebensjahr gestellt werden. Zuständig ist die Einbürgerungsabteilung beim Ausländeramt. Dort kann man sich unverbindlich auch beraten lassen. Der Einbürgerungstest wird bei der Volkshochschule in Bonn durchgeführt. Für das Einbürgerungsverfahren werden Gebühren erhoben.

 Diese Seite drucken

Suche

[Previous Month] Dezember 2019 [Next Month]
Mo Di Mi Do Fr Sa So
48 25 26 27 28 29 30 1
49 2 3 4 5 6 7 8
50 9 10 11 12 13 14 15
51 16 17 18 19 20 21 22
52 23 24 25 26 27 28 29
1 30 31 1 2 3 4 5
Weiterempfehlen: E-MailFacebookTwitter