Familiennachzug

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Man unterscheidet beim Familiennachzug zwischen dem Ehegatten und den minderjährigen Kindern. Es kommt in seltenen Fällen aber auch ein Familiennachzug von sonstigen Verwandten (z. B. Geschwistern, Großeltern) in Betracht. Der Familiennachzug kann zu einem deutschen Staatsbürger, zu einem EU-Bürger oder zu einem Ausländer mit Aufenthaltstitel erfolgen. Nach der Einreise mit Visum hat der Ehegatte in der Regel einen Anspruch auf die Teilnahme an einem Integrationskurs und ist in vielen Fällen auch zur Teilnahme verpflichtet.

Visum

Grundsätzlich muss vor der Einreise ein Visum für den Familiennachzug beantragt werden. Die Beantragung eines Schengen-Visums (als Tourist) genügt nicht. Auch Familienangehörige von EU-Bürgern benötigen grundsätzlich ein Visum, sofern sie selbst nicht EU-Bürger sind.

Ehegattennachzug

Der Ehegattennachzug ist nur möglich ab dem 18. Lebensjahr. In den meisten Fällen besteht ein Anspruch auf die Erteilung des Visums. Der bereits hier lebende Ehepartner muss eine Aufenthaltserlaubnis, eine Niederlassungserlaubnis oder eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG besitzen. Bei bestimmten humanitären Aufenthaltserlaubnissen ist ein Ehegattennachzug aber ausgeschlossen oder kommt nur in Ausnahmefällen in Betracht.

Der Ehegatte eines Deutschen oder eines Ausländers mit einem Aufenthaltstitel muss vor der Einreise einfache Deutschkenntnisse nachweisen. Beim Visumsantrag muss also erkennbar sein, dass ein einfaches Gespräch auf Deutsch geführt sowie ein kurzer Text geschrieben werden kann. In der Regel wird das Sprachzertifikat A1 verlangt, das z. B. beim Goethe-Institut im Heimatland erworben werden kann. Eine Ausnahme ist nur vorgesehen, wenn aufgrund einer Krankheit oder Behinderung die deutsche Sprache nicht mehr erlernt werden kann. Auch sind einige Staatsangehörige aus bestimmten Ländern, die auch ohne Visum einreisen dürfen, vom Spracherfordernis befreit. Auch Ehegatten von EU-Bürgern müssen deutsche Sprachkenntnisse nicht nachweisen.

Beim Ehegattennachzug muss eine ausreichend große Wohnung vorhanden sein. Beim Nachzug zum hier lebenden ausländischen Ehepartner muss darüber hinaus der Lebensunterhalt sicher gestellt sein.

Kindernachzug

Ein ausländisches Kind unter 18 Jahren erhält ohne weitere Bedingungen ein Visum und eine Aufenthaltserlaubnis, wenn es bei seiner Mutter oder seinem Vater in Deutschland leben will und dieses Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit hat (z. B. nach einer Einbürgerung).

Beim Nachzug von sonstigen Kindern kommt es auf das Alter an. In jedem Fall muss zunächst der Lebensunterhalt des Kindes gesichert und eine ausreichend große Wohnung vorhanden sein. Kinder, die noch nicht 16 Jahre alt geworden sind, erhalten ein Visum und eine Aufenthaltserlaubnis, wenn beide Eltern oder das allein sorgeberechtigte Elternteil eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Niederlassungserlaubnis besitzt. Ist das Kind schon 16 Jahre alt, wird verlangt, dass es bereits deutsch spricht. Beherrscht das Kind noch nicht die deutsche Sprache, wird geprüft, ob eine schnelle Integration möglich erscheint. Bei Vorliegen einer besonderen Härte kann ausnahmsweise bei allen Kindern unter 18 Jahren der Nachzug gestattet werden. Bei bestimmten humanitären Aufenthaltserlaubnissen ist der Nachzug von Kindern nicht erlaubt.

Sonstige Verwandte

In ganz besonderen Ausnahmefällen ist der Familiennachzug von sonstigen ausländischen Verwandten eines Deutschen oder eines Ausländers möglich. Dies können die eigenen Eltern sein, die Geschwister oder auch sonstige Familienmitglieder. Bedingung ist aber immer, dass der Familiennachzug zur Vermeidung einer außergewöhnlichen Härte erforderlich ist. Ein solcher Fall kann z. B. vorliegen, wenn das Familienmitglied alt, krank und schwer pflegebedürftig ist und im Heimatland niemand mehr lebt, der sich um es kümmern könnte. Aber auch hier muss nachgewiesen werden, dass der Lebensunterhalt dieses Familienmitglieds in Deutschland sichergestellt werden kann. Insbesondere muss nachgewiesen werden, dass eine dauerhafte (in der Regel private) Krankenversicherung abgeschlossen werden kann.

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