Schule

Das Schulsystem in Nordrhein-Westfalen ist nach Schulstufen aufgebaut und in Schulformen gegliedert. Es gibt drei Schulstufen:

  • Die Primarstufe besteht aus der Grundschule, die in der Regel vier Jahre lang besucht wird.
  • Die Sekundarstufe I umfasst die Schulformen Hauptschule, Realschule, die Gesamtschule von Klasse 5 bis Klasse 10 und das Gymnasium von Klasse 5 bis Klasse 9.
  • Die Sekundarstufe II umfasst die dreijährige gymnasiale Oberstufe des Gymnasiums und der Gesamtschule sowie das Berufskolleg mit seinen diversen Bildungsgängen.

Gymnasien und Gesamtschulen werden in der Regel als Schulen der Sekundarstufen I und II geführt.

Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind Förderschulen eingerichtet, die unterschiedliche Förderschwerpunkte haben. Darüber hinaus gibt es Schulen für kranke Schülerinnen und Schüler, die wegen einer stationären Behandlung im Krankenhaus oder einer vergleichbaren medizinisch-therapeutischen Einrichtung mindestens vier Wochen lang nicht am Unterricht ihrer Schule teilnehmen können. Förderschulen werden als Schulen einer oder mehrerer Schulstufen geführt.

Weiterbildungskollegs (bestehend aus Abendrealschule, Abendgymnasium und Kolleg – Institut zur Erlangung der Hochschulreife) sind keiner Schulstufe zugeordnet.

Schulpflicht

Die Schulpflicht ist in den Schulgesetzen der Bundesländer geregelt. In Nordrhein-Westfalen sind alle Kinder und Jugendlichen schulpflichtig, die hier wohnen oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Auch Jugendliche und junge Erwachsene, die in NRW ihre Ausbildungs- oder Arbeitsstätte haben, unterliegen grundsätzlich der Schulpflicht. Die Staatsangehörigkeit spielt dabei keine Rolle.

Die Schulpflicht in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I nennt man Vollzeitschulpflicht. Sie beginnt mit der Einschulung im Alter von 5½ bis 6½ Jahren und dauert zehn Schuljahre (Schulbesuchsjahre), nur am Gymnasium sind es neun Schuljahre. Wenn die Vollzeitschulpflicht endet, beginnt die Schulpflicht in der Sekundarstufe II. Sie wird durch den Besuch einer Teilzeitberufsschule erfüllt oder durch den Besuch einer allgemeinbildenden Schule der Sekundarstufe II (Gesamtschule, Gymnasium, Berufskolleg).

Für Jugendliche ohne Berufsausbildungsverhältnis endet die Schulpflicht mit dem Ablauf des Schuljahres, in dem sie ihren 18. Geburtstag feiern. Für junge Menschen, die vor dem 21. Geburtstag  ein Berufsausbildungsverhältnis eingegangen sind, dauert die Schulpflicht sogar so lange, wie dieses Ausbildungsverhältnis besteht.

Grundschule (Primarstufe)

Im Alter von fünf oder sechs Jahren erleben Kinder ihre Einschulung. Die Eltern melden ihr Kind direkt in der Grundschule ihrer Wahl an. Jeder Wohnanschrift in Bonn sind drei Grundschulen zugeordnet: eine Gemeinschaftsgrundschule, eine katholische und eine evangelische Grundschule. Die Eltern können entscheiden, an welcher dieser drei Schularten sie ihr Kind anmelden möchten. Bis zur vierten Klasse werden alle Kinder gemeinsam in der Grundschule unterrichtet. Der Unterricht in der Fremdsprache Englisch beginnt bereits im zweiten Halbjahr des ersten Schulbesuchsjahres.

Bonner Grundschulen sind Offene Ganztagsschulen

Alle Grundschulen in Bonn sind Offene Ganztagsschulen (OGS). Das heißt, sie bieten nach dem Unterricht ein Mittagessen und am Nachmittag eine pädagogische Betreuung an. Manchmal findet die Betreuung sogar in den Ferien statt. Für das Mittagessen und die Betreuung in der OGS zahlen Eltern einen Beitrag, dessen Höhe vom Einkommen der Familie abhängt. Wer einen Bonn-Ausweis besitzt, muss das Mittagessen nicht zahlen.

Der Wechsel zur weiterführenden Schule (Sekundarstufe I)

Nach der Grundschule wechseln die Kinder in eine weiterführende Schule. Das kann eine Hauptschule, eine Realschule, ein Gymnasium oder eine Gesamtschule sein. Über diese unterschiedlichen Schulformen und deren Leistungsanforderungen sowie über das örtliche Schulangebot informiert die Grundschule im ersten Schulhalbjahr der Klasse 4. Anschließend führt die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer mit den Eltern ein persönliches Gespräch über die weitere schulische Förderung des Kindes. Die Grundschule empfiehlt im Halbjahreszeugnis der Klasse 4 den Besuch einer bestimmten weiterführenden Schulform und gibt einen Anmeldeschein aus. Neben der Empfehlung für eine Schulform des dreigliedrigen Schulsystems (Hauptschule, Realschule oder Gymnasium) wird auch immer die Gesamtschule benannt, da Kinder mit sehr unterschiedlichen Begabungen diese Schulform besuchen können. Ist ein Kind nach Auffassung der Grundschule für eine dritte Schulform mit Einschränkungen geeignet, wird auch diese mit einem entsprechenden Zusatz benannt.

Die Eltern melden ihr Kind mit dem Halbjahreszeugnis der Klasse 4 und dem Anmeldescheines an der von ihnen gewählten Schule an. Über die Aufnahme entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter.

Eltern sollten sich früh mit ihrer „Wunschschule“ in Verbindung setzen, um einen Termin für ein Gespräch über die mögliche Aufnahme ihres Kindes zu vereinbaren. Diese Gespräche finden in allen weiterführenden Schulen schon deutlich vor der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse und der Anmeldescheine statt. Auch die „Tage der offenen Tür“, zu denen in Bonn alle weiterführenden Schulen einladen, können für eine Kontaktaufnahme genutzt werden.

Wie geht es nach der Sekundarstufe I weiter?

Am Ende der Sekundarstufe I hängt der weitere Bildungsweg ganz wesentlich vom Schulabschluss ab, den eine Schülerin oder ein Schüler erreicht hat. Aber auch die persönlichen Interessen und Fähigkeiten spielen eine wichtige Rolle.

Grundsätzlich gibt es nach der Sekundarstufe I folgende Möglichkeiten:

  • eine Ausbildung im dualen System, die für einen bestimmten Beruf qualifiziert  (betriebliche oder überbetriebliche Ausbildung),
  • der Besuch eines schulischen Bildungsgangs an einem Berufskolleg (Vollzeit). Berufskollegs bieten sowohl die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erreichen oder zu verbessern, als auch die Chance, sich berufliche Kenntnisse oder eine Berufsqualifikation anzueignen.
  • Der Besuch der gymnasialen Oberstufe an einem Gymnasium, an einer Gesamtschule oder an einem Berufskolleg, um die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) zu erreichen und eventuell ein Studium zu beginnen.

Sonderpädagogische Förderung

Manche Kinder benötigen eine besondere Förderung, die ihnen eine Regelschule nicht geben kann. Die Gründe dafür sind vielfältig. So kann es notwendig sein, die Sprechfähigkeit eines Kindes oder sein Sprachverständnis zu fördern. Manchmal ist es auch die emotionale, soziale, körperliche oder motorische Entwicklung eines Kindes, die für den Besuch einer Förderschule spricht. Damit ist eine Schule mit sonderpädagogischen Schwerpunkten gemeint. Es gibt Förderschulen mit den Schwerpunkten „Lernen“, „Sprache“, „Emotionale und soziale Entwicklung“, „Hören und Kommunikation“, „Sehen“, „Geistige Entwicklung“ sowie „Körperliche und motorische Entwicklung“.

Eine Alternative zum Besuch einer Förderschule kann der Gemeinsame Unterricht (GU) oder die Integrative Lerngruppe sein. Dabei besucht das zu fördernde Kind eine Regelschule und wird dort von Lehrkräften und Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen betreut. Im Gemeinsamen Unterricht lernen Schülerinnen und Schüler , die einen sonderpädagogischem Förderbedarf haben, in der Regel nach den Unterrichtsvorgaben für die allgemeine Schule und nach den Richtlinien für ihren Förderschwerpunkt ("zielgleicher Unterricht"). In integrativen Lerngruppen ist das anders: hier gelten Unterrichtsvorgaben, die sich von denen der allgemeinen Schulen unterscheiden ("zieldifferenter Unterricht"). Der Gemeinsame Unterricht und integrative Lerngruppen werden in Bonn von einigen Grund-, Haupt- und Gesamtschulen angeboten.

Beratungsstelle für ausländische Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter, die keine oder nur geringe Kenntnisse der deutschen Sprache besitzen, sowie für deren Eltern gibt es beim Schulamt für die Stadt Bonn eine spezielle Beratungsstelle. Ziehen Familien aus dem Ausland nach Bonn, so hilft ihnen diese Stelle, geeignete Schulplätze für die Kinder zu finden.

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