"Runder Tisch": Stadt Bonn und Muslime im Dialog

Die Teilnehmer des "Runden Tisches" am 9. April © Stadt Bonn - Foto: Michael Sondermann

Der Dialog mit Muslimen und die interreligiöse Zusammenarbeit haben für die Stadt Bonn einen hohen Stellenwert. Dies unterstrich Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch am Dienstagabend (9. April) beim "Runden Tisch", zu dem er erstmals die neun Bonner Moscheegemeinden, wichtige muslimische Vereine und die beiden christlich-muslimischen Dialogkreise eingeladen hatte. Über 20 Vertreterinnen und Vertreter dieser Einrichtungen kamen ins Alte Rathaus und berieten gemeinsam, wie den Aktivitäten religiös motivierter Extremisten, die den Islam für ihre Ziele missbrauchen, begegnet werden könne und das Miteinander weiter zu verbessern sei.
Einig war sich die Runde, dass weiterhin intensiv über die Thematik informiert werden muss und dass junge Muslime gegen Extremismus gestärkt werden müssten. Die Integrationsbeauftragte der Stadt, Coletta Manemann, berichtete über Fortbildungsangebote für Pädagogen und über Projekte mit Jugendlichen beispielsweise zum Thema Internet. Die Zusammenarbeit mit Moscheegemeinden solle intensiviert werden. Mit Blick auf bereits radikalisierte extremistische Personen verwies sie auf das Aussteigerprogramm des Innenministers.

Ein deutlicher Wunsch des "Runden Tisches" war schließlich die Sorgfalt bei der Wortwahl: Es müsse von religiös motiviertem Extremismus gesprochen werden, nicht aber von "Islamismus" und "Salafismus". Letzterer sei eine Glaubensrichtung innerhalb des sunnitischen Islams und nicht per se extremistisch. Beide Begriffe würden die Religion des Islam zudem in direkten Zusammenhang mit politischem Extremismus stellen, dies sei verletzend für die weitaus große Mehrheit der friedlichen Muslime. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verständigten sich darauf, in ihren jeweiligen Bereichen auf korrekte Formulierungen hinzuwirken.

"Ich nehme eine deutliche Positionierung gegen extremistische Tendenzen wahr", so Oberbürgermeister Nimptsch nach der Runde. Die gute Zusammenarbeit und der offene Austausch zwischen Stadt und muslimischen Organisationen solle fortgesetzt werden.

Aus aktuellem Anlass befasste sich die Runde auch mit der Frage, wie auf die von Pro NRW angekündigte Kundgebung am 5. Mai reagiert werden solle. "Alle sind entschlossen, sich nicht provozieren zu lassen und im Gegenteil gemeinsam Flagge zu zeigen", so der Oberbürgermeister. Die Runde war sich einig, dass man Extremisten keine Plattform für gezielte Provokationen geben dürfe. Man wolle "informieren, zusammen feiern und zusammenstehen", wie Nimptsch es zusammenfasste. Geplant sind Informationsstände zum Beispiel beim Macke-Fest am 4. Mai, in der Innenstadt von Bad Godesberg und beim Tag der offenen Tür der König-Fahad-Akademie, ebenfalls am 4. Mai. Auch andere Aktivitäten wie Friedensgebete, Sportbegegnungen oder gemeinsame Feste sind angedacht. Im Laufe des Monats sollen die Angebote konkretisiert werden.

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