Theaterpremiere in Bonn: "Getürkt" erzählt vom Kampf eines Jugendlichen um seine Identität

Szene aus "Getürkt": Sinan Hancili (Musa), Elmira Rafizadeh (Ceren) © Lilian Szokody, Bonn

Eines Tages wird der 18-jährige Musa von der deutschen Ausländerbehörde aufgefordert, das Land zu verlassen. Bis dahin hatte er geglaubt, Libanese zu sein und mit seinen Eltern als kleines Kind aus den Bürgerkriegswirren des Libanons nach Deutschland geflohen zu sein. Dort erhielt die Familie politisches Asyl. Bei einer späteren Überprüfung durch die Polizei stellt sich jedoch heraus, dass Musas Eltern die Umstände der Flucht vorgetäuscht hatten. Die Familie war nicht aus dem Libanon geflohen, sondern stammt aus einer entlegenen Gegend der Türkei, in der eine dem Libanesischen verwandte Sprache gesprochen wird. Nachdem Musa die Volljährigkeit erreicht hat, wird er in die Türkei abgeschoben. Er muss nicht nur seine Heimat verlassen, sondern seine ganze Identität von einem auf den anderen Tag völlig in Frage stellen.

Das Theaterstück „Getürkt“ erzählt Musas Geschichte. Die Premiere ist am 9. Januar um 20 Uhr in der Werkstatt des Theaters Bonn zu sehen, weitere Aufführungen finden am 10., 25. und 26. Januar statt. „Getürkt“ zeigt die existentielle Erschütterung eines jungen Mannes, für den plötzlich nichts mehr ist, wie es zu sein schien. Autor Jörg-Menke Peitzmeyer hat die Handlung in den Transiträumen von Abschiebegefängnissen, Flughäfen und Notunterkünften angesiedelt. Marita Ragonese hat das Stück inszeniert, das für den deutschen Jugendtheaterpreis nominiert ist. Die Inszenierung ist in Zusammenarbeit mit dem BAAL novo – Theater über Grenzen (Offenburg) entstanden.

Weitere Informationen:
<link http: www.theater-bonn.de external-link-new-window bonn:>Theater Bonn

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