Möglichkeiten des Engagements

Das Thema Flüchtlinge bewegt derzeit viele Menschen. Unsere Stadt ist – wie viele andere Kommunen auch - Zufluchtsort für Flüchtlinge. Sie sind Krieg, Verfolgung und Armut entkommen. Oft nehmen sie große Gefahren auf sich, um sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Die Stadt Bonn ist verpflichtet, sie aufzunehmen, und möchte dies umsichtig und gut tun. Dies ist die klare Haltung der Stadt Bonn.

Viele Bonnerinnen und Bonner möchten sich für Flüchtlinge engagieren und unendlich viele tun das auch bereits. Dafür sind wir dankbar und möchten dazu beitragen, dass es gelingt. Aufgrund der aktuellen Situation bitten wir um Nachsicht, wenn dies nicht immer sofort möglich ist und sich manches Mal die richtige Stelle, der gewünschte Einsatz erst im Laufe der Zeit finden lassen, denn dies hängt immer von Gegebenheiten, Bedarfen und Akteuren vor Ort ab. Bitte denken Sie auch daran, dass die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge eine Aufgabe ist, die uns alle noch lange beschäftigen wird.

Für alle, die einen ehrenamtlichen Beitrag zur Flüchtlingsaufnahme und Integration leisten möchten oder dazu Fragen haben, hat die Stadt Bonn eine zentrale Telefonnummer eingerichtet. Unter der 0228 - 77 53 77 nimmt die Stabsstelle Integration die Anliegen entgegen. Zwischen 9 und 16 Uhr ist das Team erreichbar, andernfalls läuft ein Anrufbeantworter.
Damit neue Ehrenamtliche gezielt vermittelt werden können, bittet die Stabsstelle Integration alle Interessierten darum, einen Kontaktbogen auszufüllen. So werden Angaben zur Person, Vorerfahrungen und persönliche Interessen schon beim Erstkontakt erfasst.

Pro Asyl hat in einem Leitfaden zusammengestellt, wie man sich für Flüchtlinge engagieren kann: Leitfaden

Wenn Sie sich für Vorträge, Schulungen und andere Veranstaltungen der Flüchtlingshilfe interessieren, erhalten Sie Terminhinweise im Veranstaltungskalender dieses Portals.

Wie kann ehrenamtliches Engagement aussehen?

Die Bereitschaft der Bonnerinnen und Bonner, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist groß. Täglich erhält die Stadt Bonn zahlreiche Anfragen. Im Folgenden werden daher die Bereiche vorgestellt, in denen  ehrenamtliches Engagement möglich ist.

Sachspenden

Von Hausrat über Bettwäsche bis Kleidung können Flüchtlinge fast alles gebrauchen.
Seit dem 1. März gibt es ein zentrales Lager für Sachspenden in der Bonner Nordstadt (Vorgebirgsstraße/Ecke Kaiser-Karl-Ring). An drei Tagen in der Woche werden dort Kleidung, Schuhe, Küchenutensilien, Hygieneartikel, Schul- und Büroartikel angenommen, sortiert und dann an die Flüchtlingshilfe ausgegeben. Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Flüchtlingshilfe vor Ort engagieren, können sich registrieren lassen und unkompliziert Sachspenden im Zentrallager abholen oder sich diese bringen lassen. Das Zentrallager ist für die Annahme von Sachspenden donnerstags und freitags von 15 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Auf der Seite www.sachspenden-bonn.de befinden sich alle Informationen über das Zentrallager Sachspenden.

Daneben gibt es nach wie vor Kleiderkammern und gemeinnützige Second-Hand-Kaufhäuser, die Flüchtlingen, aber auch allen anderen Bedürftigen offen stehen. Wichtig ist: Erkundigen Sie sich zuerst bei den annehmenden Stellen (Adressen unter "Gebrauchte Kleidung, Haushaltsgeräte, Baby- und Kinderbedarf"), welche Dinge genau benötigt werden, und erfragen Sie Abgabezeiten. Achten Sie auf öffentliche Aufrufe, mit denen Kirchengemeinden, Kleiderkammern oder Flüchtlingsinitiativen in den lokalen Medien gezielt zu Spenden aufrufen.

Verzichten Sie bitte darauf, Sachspenden unsortiert, in großen Mengen oder ohne Rücksicht auf die Jahreszeit abzugeben. Bitte starten Sie auch keine öffentlichen Spendenaufrufe über Facebook ohne Absprache mit den Zuständigen vor Ort. In den Unterkünften und bei den haupt- und ehrenamtlichen Stellen gibt es meist keinen Lagerraum für große Mengen an Sachspenden.

Wenn Sie große Gegenstände wie z.B. Möbel oder technische Geräte anbieten möchten, machen Sie bitte ein Foto und schicken es vorab an die Organisation oder Einrichtung, der Sie die Gegenstände überlassen möchten. Dann wird vor Ort geklärt, ob Bedarf besteht.

Bitte achten Sie darauf, dass Sie alles in gutem Zustand, sauber und wenn möglich sortiert (z.B. bei Kleidung nach Konfektionsgröße) abgeben.

Es hat sich immer wieder gezeigt, dass insbesondere Smartphones wichtig sind für Flüchtlinge. Mit diesen Geräten können sie sich orientieren, zusammenfinden, übersetzen und die Informationen von Internet und Apps nutzen. Das hilft ihnen bei der Bewältigung der alltäglichen Fragen. Smartphones oder Prepaid-Karten sind daher besonders wertvolle Spenden für Flüchtlinge.

Mit Ihrem Angebot können Sie sich an Kleiderkammern und gemeinnützige Second-Hand-Läden wenden. Auch über Online-Plattformen wie "Flüchtlingshilfe NRW" können Sie Kontakt aufnehmen und Ihre Spenden anbieten.

Übrigens: Nicht alle Flüchtlinge wohnen in Flüchtlingsunterkünften oder Wohnungen, die die Stadt Bonn im Rahmen der Flüchtlingsaufnahme zur Verfügung stellt. Syrische Flüchtlinge, die über Sonderkontingente des Landes und des Bundes nach Bonn gekommen sind, sowie alle Flüchtlinge, die nach dem Asylverfahren auf Dauer bleiben dürfen, leben in Wohnungen, die sie eigenständig suchen und beziehen. Insbesondere die Familien mit Kindern benötigen dann oftmals Sachspenden.

Geldspenden

Vereine und Initiativen in der Flüchtlingsarbeit benötigen oft Spenden, um ihre Vorhaben und  Aktivitäten durchzuführen, z.B. Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche und vieles mehr. Folgende Spendenfonds fördern diese Vereine und Initiativen:

Bürgerstiftung Bonn: "Hilfe für Helfer!"
Bonner Spendenparlament
Runder Tisch Bad Godesberg

Begleitung bei Behördengängen

Abläufe in Behörden, Antragsformulare oder Bescheide sind auch für Flüchtlinge eine Herausforderung. Gerade Ämter und öffentliche Stellen sind aber besonders wichtig für sie. Ehrenamtliche, die Flüchtlinge hierbei begleiten und unterstützen möchten, sollten sich selbst möglichst auskennen mit den jeweiligen Formalitäten und viel Geduld mitbringen. Sowohl einzelne Flüchtlinge als auch die Orte in Bonn, an denen viele Flüchtlinge Rat und Hilfe suchen, freuen sich über die ehrenamtliche Hilfe.

Gemeinsame Unternehmungen

Gemeinsame Aktivitäten mit Bonnerinnen und Bonnern sind für Flüchtlinge aller Altersstufen, aber natürlich besonders für Kinder und Jugendliche wichtig, um Kontakte knüpfen zu können, den Stadtteil bzw. die Stadt kennen zu lernen und Anregungen und Informationen zu bekommen. Zunächst aber müssen Flüchtlinge und auch deren Betreuer/innen Vertrauen aufbauen zu den Menschen, die sich für solche Unternehmungen anbieten. Auch formale Fragen müssen geklärt werden (z.B. Versicherung oder Fahrtkosten). Dann steht gemeinsamen Unternehmungen nicht mehr im Wege.

Begegnungen im Stadtviertel ermöglichen

Flüchtlinge wohnen nicht nur in den größeren Flüchtlingsunterkünften der Stadt Bonn, die sich in verschiedenen Stadtteilen befinden, sondern auch in Häusern mit mehreren Wohneinheiten oder in ganz normalen Wohnungen. Außerdem gibt es Flüchtlinge, die gar nicht von der Stadt untergebracht werden, sondern stadtweit eigenständig in Wohnungen wohnen (siehe Punkt Sachspenden). Für diese Flüchtlinge wie auch für das Kennenlernen und Verständigen im Stadtviertel sind Begegnungscafés, kleine Flohmärkte mit Tee und Kaffee, Spielplatzfeste oder anderes sehr gute Möglichkeiten, sich kennen zu lernen und darüber vielleicht auch zu erfahren, welche Hilfen benötigt werden oder welche Aktivitäten gut passen würden. Wenden sich diese Angebote an alle Menschen im Viertel, können auch andere teilnehmen, die keine Flüchtlinge sind, aber vielleicht ebenfalls Unterstützung oder Kontakte benötigen. Viele Kirchengemeinden, Vereine und Initiativen in Bonn führen derartige Cafés schon durch.

Deutsch lernen

Der Erwerb und die Anwendung der deutschen Sprache ist für Flüchtlinge von zentraler Bedeutung. Obwohl das Angebot an Sprachkursen (z.B. Integrationskursen) steigt und zahlreiche Organisationen auch niederschwellige Sprachförderangebote durchführen, bei denen eine Teilnahme ohne Vorbedingungen möglich ist, wünschen viele Flüchtlinge sich zusätzliche Gelegenheiten, die deutsche Sprache anzuwenden und ihre Kenntnisse zu vertiefen. Das können Begegnungsmöglichkeiten sein oder Vorleseangebote, das gemeinsame Lesen mehrsprachiger Bücher und vieles mehr.

Wohnraum suchen und anbieten

Zum einen ist es möglich, dem Amt für Soziales und Wohnen privaten Wohnraum anzubieten. Vermieter und Amt schließen dann einen Mietvertrag ab. Die Behörde entscheidet, welche Flüchtlinge einziehen und übernimmt die Kosten.

Zum anderen können Vermieter auch direkt einen Mietvertrag mit Flüchtlingen schließen, denn Flüchtlinge, die Asyl oder Flüchtlingsschutz erhalten, können die städtische Flüchtlingsunterkunft verlassen und ganz normal eine Wohnung anmieten. Falls der Flüchtling Leistungen vom Jobcenter erhält, muss die Übernahme der Kosten vorab mit dem dortigen Ansprechpartner geklärt werden.

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