Anerkennung von Berufsnachweisen

Wer in Deutschland einen Beruf ausüben will, den er in einem anderen Land erlernt hat, muss seine Qualifikation in vielen Fällen erst einmal anerkennen lassen.
Am 1. April 2012 ist das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) in Kraft getreten. Mit diesem Gesetz wird in Deutschland die Anerkennung von Berufs- und Bildungsabschlüssen, die im Ausland erworben wurden, einfacher. Neu ist vor allem, dass Migrantinnen und Migranten jetzt einen Rechtsanspruch darauf haben, dass ein Berufsabschluss, den sie aus dem Herkunftsland mitgebracht haben, innerhalb von drei Monaten geprüft wird. Das geschieht nicht automatisch, sondern nur auf Antrag. Bei dieser Prüfung wird festgestellt, ob der ausländische Abschluss mit einem deutschen Abschluss gleichwertig ist – oder ob zumindest bestimmte Teile davon auch in Deutschland anerkannt werden können. Daher spricht man von einem Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren. Wichtig zu wissen ist, dass die Antragsteller selbst die Kosten dieses Verfahrens tragen müssen.

Das Bundesministerium für Bildung schätzt, dass bis zu 300.000 Menschen von dem Gesetz profitieren können. Da es ein Bundesgesetz ist, gilt es nur für die Berufe, die bundesstaatlich geregelt sind. Das ist zum Beispiel bei Ärzten, Rechtsanwälten, kaufmännischen Berufen und Handwerksberufen der Fall.

Anerkennungsgesetz in Nordrhein-Westfalen

Ergänzend zum Anerkennungsgesetz des Bundes haben auch die Bundesländer entsprechende Gesetze erlassen. Damit wird die Anerkennung landesrechtlich geregelter Berufe erleichtert. Hierzu gehören z.B. Ingenieure, Architekten, Lehrer oder Erzieherinnen. Das Anerkennungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen wurde im Mai 2013 vom Landtag verabschiedet. Von diesem Landesgesetz werden 165 Berufe erfasst.

Für welche Abschlüsse gelten diese Gesetze nicht?

Das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz und die Anerkennungsgesetze der Bundesländer decken nicht alle Berufe ab. So bleiben zum Beispiel Hochschulabschlüsse, die nicht auf einen bestimmten (reglementierten) Beruf hinauslaufen, außen vor. Das Gleiche gilt für ausländische Schulabschlüsse. Hierfür gibt es andere Anerkennungsverfahren.

Welche Beratungsmöglichkeiten gibt es?

In Bonn gibt es zwei Stellen, die eine Erstberatung anbieten: das Bildungswerk für Friedensarbeit und LerNet Bonn/Rhein-Sieg. Beide informieren grundsätzlich über die Möglichkeiten der Anerkennung und helfen dabei, die zuständige Stelle für die Antragstellung zu finden. Die genauen  Adressen der Erstberatungsstellen enthält das folgende Informationsblatt:

Flyer Erstberatungsstellen

Außerdem beraten die zuständigen Stellen selbst. Für Industrieberufe und kaufmännische Berufe ist die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg die richtige Adresse. Auf ihrer Internetseite www.ihk-bonn.de informiert die IHK ausführlich über die Gleichstellung und Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise.

Weitere Informationen

Für telefonische Beratungen in Deutsch oder Englisch gibt es eine bundesweite Hotline mit der Nummer 030 – 1815 1111. Sie ist montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr erreichbar.

Auf dem Online-Portal www.anerkennung-in-deutschland.de kann zudem jeder selbst herausfinden, wo ein bestimmter Abschluss anerkannt werden kann. Mit dem „Anerkennungs-Finder“ gelangt man in drei Schritten zur Adresse der zuständigen Stelle. Das Portal beantwortet zudem alle wichtigen Fragen zum Verfahren und gibt praktische Tipps für die Antragstellung. 

Wichtige Informationen und Adressen zur Anerkennung ausländischer und internationaler Zeugnisse und Bildungsnachweise hat die Bildungsberatungsstelle des Schulamtes der Stadt Bonn zusammengestellt. Sie finden diese Zusammenstellung als Download in der rechten Spalte dieser Seite.

Außerdem gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die mitgebrachten beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten weiter zu entwickeln – auch mit staatlicher Förderung. Nähere Informationen finden Sie auf diesem Portal unter „Weiterbildung“.

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